Interview mit Spielertrainer Max Danzer

Von Rosenheim nach Regensburg

Zur neuen Saison 2011/12 hat der SC Matting den offensiven Mittelfeldspieler Max Danzer als Spielertrainer verpflichtet. Sein Saisonziel ist ein gesicherter Platz im Mittelfeld der Tabelle.

Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder
Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder

Interview

Das Fußballportal FuPa.net befragte unseren Spielertrainer Max Danzer über die neue Saison und seine Eindrücke in Matting. Hier lesen Sie das Interview vom 18. August 2011:

FuPa: Hallo Herr Danzer, na schon eingelebt in Regensburg?
Danzer: Hallo, ja, ich fühle mich schon sehr Heimisch hier. Regensburg ist eine sehr schöne Altstadt, anfangs war es noch etwas ungewohnt, Rosenheim ja doch etwas kleiner ist, aber mittlerweile kenne ich mich auch schon etwas aus.

FuPa: Wie kam der Kontakt zum SC Matting zustande, haben Sie sich davor über den Verein informiert?
Danzer: Ich wollte zunächst wieder höherklassig Fuß fassen, doch eine langjährige Verletzung verhindert, dass ich diese Saison Operationsfrei bleibe, somit war mir der Zeit-, sowie der Körperliche Aufwand zu groß um bei Mannschaften wie SC Regensburg, Kareth-Lappersdorf oder dem Freien TuS neu zu beginnen und immer wieder durch OP’s nach hinten geworfen zu werden. Deshalb habe ich einen guten Kameraden gefragt, ob es hier nicht eine Fußballmannschaft gäbe, in der ich mich Wohlfühlen könnte und gleichzeitig etwas fit bleibe. Da riet er mir zum SC Matting, weil dort durch den Umbruch eine sehr junge Truppe entstand und dort schon mehrere Soldaten spielen. Also im großen und ganzen habe ich diese für mich anspruchsvolle, aber auch sehr Ehrenvolle und schöne Aufgabe einem Kameraden zu verdanken.

FuPa: Was sagen Sie zum Ligastart mit den beiden Niederlagen?
Danzer: Das erste Spiel ist blöd gelaufen, wir kassieren früh das Gegentor und können über 90 Minuten nicht den Druck entwickeln um den Gegner entscheidend zu Fehlern zu zwingen, dann geht man eben leer aus. Die zweite Partie hingegen stört mich sehr, da wir immer wieder dran waren zu verkürzen und auch unsere Torchancen hatten, doch dann geriet nach der Halbzeit durch Undiszipliniertes verhalten das ganze Spiel aus dem Ruder und wir schlagen uns selbst und Phoenix fährt am Ende verdient mit 3 Punkten nach Hause. Für mich galt von Anfang an, den Saisonstart und die damit verbundene Urlaubszeit einigermaßen zu überstehen. Ich bin froh, dass ich schon bald wieder aus dem vollen schöpfen kann und Verletzte sowie Urlauber, die enorm wichtig für das Team sind, wieder zur Verfügung stehen. Wir haben zwar noch keine Zähler auf dem Konto, aber das ist vielleicht ganz gut so, dass wir ein wenig aus dem Fokus raus sind und als Absteiger nicht zu den Mitfavoriten zählen.

FuPa: Was trauen Sie der Mannschaft in der neuen Saison zu?
Danzer: Wie schon erwähnt, hatten wir in der Vorbereitung etwas Verletzungspech und einige wichtige Akteure befanden sich im Urlaub, aber in den nächsten zwei bis vier Wochen haben auch wir uns gefunden und dann können wir befreit aufspielen. Wenn ich die Spieler habe, mit denen ich fest rechne, dann traue ich der Mannschaft einiges zu, denn Potential ist genug da, um den ein oder anderen Favoriten in unserer Klasse zu ärgern oder vielleicht sogar noch mehr.

FuPa: Wie schwer wiegt der Abgang von Torjäger Thomas Eisvogel?
Danzer: In meinen Augen sehr schwer, zumal ich von dem Abgang erst zum Saisonstart erfahren hatte. Er ist ein ausgezeichneter Fußballer, was er mittlerweile auch bei seinem neuen Verein unter Beweis gestellt hat. „Alles gute nachträglich an dieser Stelle und Glückwunsch zu den drei Treffern.“ Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie ich, darum hätten wir, denke ich, sehr gut im Mittelfeld zusammengepasst, aber wir müssen den Abgang so gut wie möglich Kompensieren und uns auf unsere Saison konzentrieren. Es werden noch des Öfteren wichtige Spieler fehlen, aber das heißt nicht, dass wir dann die Punkte schon vorher abgeben, sondern dass wir die Kampf- sowie die Laufbereitschaft erhöhen müssen um unsere Erfolge feiern zu können.

Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder
Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder

FuPa: Was halten Sie von den Neuzugängen bzw. wie sind Sie mit der Trainingsbeteiligung zufrieden?
Danzer: Die Neuzugänge sind auf jeden Fall eine Verstärkung und eine große Unterstützung für das gesamte Team. Die Trainingsbeteiligung ist wieder eine andere Sache, immer wieder bekomme ich später oder gar keine Absagen, teilweise sind die Spieler entschuldigt, um konstant gut arbeiten zu können brauchst du eben deine 14 bis 18 Mann im Training, was bis jetzt noch nicht so häufig hatten, daran muss sich im Saisonverlauf auf jeden Fall etwas ändern.

FuPa: Wie kommen Sie persönlich mit dem (neuen) Amt des Spielertrainers zurecht, es ist ja nicht üblich so jung als Spielertrainer zu fungieren?
Danzer: Es war auch nicht meine Absicht, schon so früh ins Trainergeschäft einzusteigen, weil ich es als Spieler selbst zu genüge mitgekriegt habe, wie die Spieler auf eine Nichtnominierung oder auch Auswechslungen reagieren. Vor allem ist das Trainergeschäft sehr schnelllebig, entweder es läuft und man wird gefeiert, oder es geht den Bach runter und man zieht die Reißleine. Dennoch war ich sehr überrascht, dass der Verein und der Vorstand mir das Vertrauen schenken und mir diese Aufgabe zutrauen und ich werde mein Amt, solange mich die Spieler so akzeptieren wie bisher, Konsequent und Gewissenhaft durchführen.

Fupa: Ist es auch ein wichtiges Ziel, die Undiszipliniertheiten der letzten Jahre in Grenzen zu halten?
Danzer: Es ist für mich persönlich nicht nur ein Ziel, sondern meine Hauptaufgabe! Neben dem Sportlichen Erfolg zählt natürlich Fairness! Ich erwarte keine 11 Friedensnobelpreisträger auf dem Platz, aber ich erwarte ein gewisses Maß an Anstand, 11 disziplinierte Spieler, die Gewissenhaft die Aufgaben des Trainers erledigen, die sich nicht bei jeder Gelegenheit provozieren lassen oder sonstiges. Disziplin und Fairness war nicht nur in meinen Hochklassigen Juniorenjahren erstrangig, sondern ist in meinem jetzigen Beruf auch noch ein großer, grundlegender Faktor, der zum Erfolg führt.

FuPa: Was wollen Sie dieses Jahr mit dem SC noch erreichen?
Danzer: Ich will in erster Linie eine Mannschaft formen. Eine Mannschaft, die sich nicht untereinander gegenseitig zerfleischt, die nicht bei jedem Gegentor die Köpfe hängen lassen oder bei Fehlern die Schuld bei anderen suchen. Ich bzw. wir alle zusammen formen eine Mannschaft, die sich unterstützt, die sich am Training rege beteiligt, die sich nicht von Gegnern oder Zuschauern verrückt machen lässt und immer 90 Minuten Vollgas gibt. Wenn wir das auf die Beine gestellt bekommen, dann kommt der sportliche Erfolg ganz von alleine.

Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder
Spielertrainer Max Danzer. Foto: Eder

FuPa: Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus? Sie sind ja nur ein Jahr in Regensburg als Soldat stationiert?
Danzer: Ich werde nächstes Jahr im August wieder in meine Stammeinheit nach Berchtesgaden/Strub gehen, wo ich dann wohl auch bis Herbst 2017 meinen Dienst verrichte. Chancen auf einen verbleib in Regensburg sind quasi unmöglich. Falls ich jedoch noch einen Fachwirt Lehrgang belegen würde, könnte ich noch einmal für ein knappes Jahr nach Regensburg zurückkehren, aber soweit denke ich noch gar nicht, im Augenblick beschäftige ich mich voll und ganz mit dem SC Matting und der Saison 2011/12.

FuPa: In Ihren Jugendjahren spielten Sie beim TSV 1860 München. Spielten Sie damals mit heutigen (2.) Bundesligaspielern zusammen?
Danzer: Wenn ich mich an die schöne Zeit in München zurück erinnern soll, dann kommen auf jeden Fall die Namen Moritz Leitner, der als jüngerer C-Junioren Spieler begeisterte, sowie Peniel Mlapa. Sven und Lars Bender kannte ich bereits aus Rosenheim und hatte leider nur bei Schulturnieren das Vergnügen mit ihnen auf dem Platz zu stehen, da die beiden in München bereits eine Jugend weiter waren.

FuPa: Danke für das Gespräch und viel Glück in eurer Saison.

Mit freundlicher Genehmigung von FuPa.net. Das Original ist HIER zu erreichen.

Pressebericht

Ex-Löwe trainiert Matting, Mittelbayerische Zeitung, 6. Juli 2011

Quelle: Mittelbayerische Zeitung

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